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Die traditionellen Tätowierungen der Kroaten - Über die Vielfalt der Motive

Die traditionellen Tätowierungen der Kroaten - Über die Vielfalt der Motive

Endecken Sie die Magie, die von den archaischen Tätowierungen ausgeht

Das Ritual des Tätowierens ist eine jahrhundertalte Tradition der Kroaten, die hauptsächlich im zentralen und südlichen Teil Bosniens sowie in der Herzegowina praktiziert wurde, jedoch auch im dalmatinischen Hinterland und sogar auf Gebieten der Lika und Slawoniens zu finden war. Selbst heute kann man diesen ethnischen Körperschmuck auf Dorffesten an älteren Damen bewundern. Wenn Sie sie fragen, woher diese Tradition stammt, so wird man Ihnen sehr wahrscheinlich sagen, dass sie bis ins Osmanische Reich zurückreicht.

Man nennt das Tätowieren je nach Region sicanje oder bocanje, das meist von älteren Frauen, die auch als vjeste zene (dt. versierte Frauen) bekannt waren, durchgeführt wurde. Diese Frauen waren häufig Familienmitglieder - Großmütter, Tanten oder Mütter. Manchmal jedoch tätowierten sich die Mädchen auch gegenseitig und die Mutigen unter ihnen sogar selbst. Die Rezeptur für die Mixtur, mit der tätowiert wurde, variierte von Region zu Region. In Kraljeva Sutjeska z. B. tätowierte man mit Kohle und der Muttermilch einer Frau, die ein Kind mit blauen Augen hatte. Man glaubte, dass es einen Einfluss auf die Pigmentierung der Tätowierung hatte.

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In Rama verzichtete man ganz auf die Muttermilch und nahm stattdessen die Milch des schwarzen Schafs, die mit Kohle und Honig vermischt wurde. In anderen Gebieten benutze man auch Mixturen mit Spuke, Beeren oder Eiweiss. Welche Bedeutungen die Muttermilch im Zusammenhang mit diesem Ritus hat, lässt Raum für Spekulation. In der christlichen Interpretation könnte man Milch sowie Honig als Symbole des gelobten Landes deuten. Auf jeden Fall kann man festhalten, dass Milch sowie Honig eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung haben, was sich positiv auf den Heilungsprozess der Tätowierung auswirkte.

Das Faszinierende dieser Tätowierungen liegt u. a. in ihren Motiven und der Symbolik. Die Motive sind meistens Kreuze und Natursymbole, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

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1. Kreuz
Das Kreuz ist sicherlich das häufigste und auch beliebteste Motiv. Es ist das einzige Motiv, das man als christlich interpretieren könnte. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass es nicht dem lateinischen Kreuz gleicht. Es ist ein gemeines Kreuz, das sich durch die gleiche Länge aller Arme auszeichnet. Ergänzt wird das Symbol u. a. durch Punkte und Zweige. Das Kreuz kann als Hauptmotiv, aber auch als Bestandteil eines komplexeren Motivs auftreten. In Kraljeva Sutjeska (Bosnien) kann man bei der Bewohnerinnen eine spezielle Variante des Kreuzes bewundern, das sich aus einem Kreuz mit Zweigen und vier Punkten zusammensetzt und auch in den Stickereien der Volkstracht zu finden ist.

2. Kreis
Wie das Kreuz kann auch der Kreis ein selbstständiges Motiv darstellen. Häufig umschließt er ein kleineres Motiv, wie z. B. einen Kreis oder ein Kreuz. Dekoriert wird er mit Zweigen, Punkten und Linien, die wie Strahlen oder Schaufeln des Mühlrads den Kreis umgeben. Er kann als Naturmotiv (Sonne) interpretiert werden, aber auch den Kreis des Lebens und Einheit darstellen. Typisch für die Region von Rama (Herzegowina) ist ein Kreuz, dass von einem Kreis umschlossen ist, das wiederum von weiteren Kreisen in Form von Punkten ergänzt wird.

3. Armreif
Dieses Motiv wird, wie der Name vermuten lässt, auf den Arm, am häufigsten aber auf das Handgelenk tätowiert. Es kommt am häufigsten in Zentralbosnien vor und kann aus geraden Linien und Zickzack-Mustern bestehen, die mit Punkten, kleinen Kreuzen und Zweigen vervollständigt werden.

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4. Zaun
Das Motiv des Zauns kommt ausschließlich in Bosnien vor und setzt sich aus Kreuzen und Kreisen und Halbkreisen, die Wiederrum mit Punkten, Strahlen ergänzt werden, zusammen. Beliebte Stellen für das Tätowieren sind Handrücken, Brust und Ellenbogen.

5. Zweig
In diesem komplexen Naturmotiv wird mit Kreuzen und Kreisen die Form von Pinien, Getreide und Zweigen nachgeahmt. Es ist meistens größer und kann andere Motive ergänzen, aber auch als isoliert auftreten.

Viele der häufigsten Motive kann man auch auf den mittelalterlichen Grabsteinen Stecci finden, die auf das 14. und 15. Jahrhundert datiert werden. Neben diesen Motiven gibt es jedoch auch andere Motive, die seltener gestochen wurden, wie z. B. Monde und Sterne, aber auch Motive, die älter sind als das Christentum. Um welche Symbole es sich wohl handelt? Wie ist das möglich, wenn die meisten Artikel belegen, dass die Tradition des Tätowierens bei den Kroaten in der Zeit des Osmanischen Reiches florierte? Dieser Frage versuchen wir im nächsten Artikel über die traditionellen Tätowierungen der Kroaten auf den Grund zu gehen.


Maja Kovacevic

21.9.2022
 
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